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Traditionen und Bräuche im Spreewald und der Lausitz

24.04.2014 12:37

 

Wer die Lausitz und den Spreewald besucht, begegnet den Sitten und Bräuchen der hier seit Jahrhunderten beheimateten Sorben/Wenden. Sie konnten bis heute ihre Sprache und Kultur erhalten und pflegen. Ihre Feste sind eng mit dem bäuerlichen Arbeitsjahr verknüpft und oft auf entsprechende Sitten und Gebräuche zurückzuführen.
 

 

Fastnacht
 
In den kalten Wintermonaten trafen sich jeden Abend die unverheirateten Mädchen in der Spinte, um gemeinschaftlich den Flachs zu Fäden zu verspinnen. Dabei sangen und scherzten sie, erzählten sich Märchen und Sagen. Den Abschluss der Spinte bildete die Fastnacht, auch Zapust genannt. Aus diesem Grund wird in vielen Dörfern des Spreewald und der Lausitz von Ende Januar bis Anfang März Fastnacht gefeiert. Am Anfang steht das Zampern. Die jungen Frauen und Männer ziehen kostümiert von Haus zu Haus und sammeln Eier, Speck und Kleingeld. Abends werden die Eier in geselliger Runde verspeist. Den Höhepunkt der Fastnacht bildet der festliche Zapustumzug am nächsten Tag oder Wochenende. Die Paare ziehen in ihren prächtigen Trachten und mit musikalischer Begleitung durch das Dorf, um symbolisch den Winter zu vertreiben. Bei einzelnen Würdenträgern des Dorfes halten sie an und tanzen eine Ehrenrunde. So dauert ihr Umzug meist den ganzen Nachmittag. Am Abend treffen sich dann alle zum großen Fastnachtstanz. Vor allem auch die junge Generation achtet und pflegt diesen Brauch, nicht zuletzt aufgrund der gemeinsamen und ausgelassenen Feierlichkeiten.
 
 
Ostern
 
Diese Zeit ist geprägt von den meisten Bräuchen. Weltweit bekannt sind vor allem die kunstvoll mit Wachs-, Kratz- und Ätztechnik gestalteten Ostereier. Im Spreewald kann man in der Osterzeit dem einen oder anderen beim verzieren der Eier über die Schulter schauen und es auch selbst probieren.
 
Der einzige ursprünglich kirchliche Brauch war das Ostersingen. Die jungen Mädchen gingen am Palmsonntag und am Karfreitag durch das Dorf und sangen kirchliche Trauerlieder und Choräle sowie in der Osternacht Auferstehungslieder. In dieser Nacht werden traditionell in fast jedem Dorf große Osterfeuer entzündet. Der Schein des Feuers soll die Wintergeister verscheuchen und die Erde fruchtbar machen. Ebenso darf man in dieser Nacht eine Menge Schabernack treiben, was schon manchen Bauern sein Hoftor hat suchen lassen. Früher gingen die Mädchen in dieser Nacht das heilkräftige Osterwasser holen. Es sollte schön machen und gegen Krankheiten helfen. Voraussetzung war jedoch, auf dem Weg zum Wasser und zurück nicht zu reden. Kam jedoch ein Ton über die Lippen, verwandelte sich das magische Osterwasser in Quasselwasser.
 
 
Maibaum
 
Mit Musik und Unterhaltung wird jedes Jahr am 1. Mai auf dem Festplatz ein Maibaum aufgestellt. Dieser verkörpert den Wachstumsgeist, welcher Fruchtbarkeit und Gesundheit in das Dorf bringen soll.
 
 
Erntefest
 

Ein besonderer Höhepunkt im bäuerlichen Arbeitsjahr war das Einbringen der Ernte. Man feierte ihn mit verschiedenen Bräuchen, so dem Hahnschlagen, dem Hahnrupfen und dem Stollenreiten. Das Hahnrupfen findet auf dem Feld statt, wo die letzte Korngarbe gefallen ist. Hier wird eine mit Eichenlaub umwundene Pforte aufgestellt, in der ein toter Hahn, der als Fruchtbarkeitssymbol gilt, aufgehangen wird. Die jungen Männer reiten im Galopp durch das Tor und versuchen, Kopf und Flügel des Tieres zu ergattern. Wem dies gelingt, der wird zum Erntekönig gekrönt und darf sich aus dem Kreis der Mädchen in ihren festlichen Tanztrachten eine Königin wählen.

 

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